Strickkleidung richtig waschen

Was man bei der Pflege der fertig verarbeiteten Wolle zu beachten hat und wie man sie pflegt 

Wir verstricken im laufe unseres Lebens als #yarnlovers ja ziemlich viel Wolle, aus verschiedensten Naturfasern. Peruanische Schafswolle, feinstes Kaschmir, edle Seide, kuscheliges Mohair, flauschige Alpakawolle, Baumwolle und viel, viel mehr! Doch, was machen wir, wenn wir tolle Pullover,  Cardigan, Tops, Mützen und Stirnbänder angefertigt haben? Richtig! Wir waschen sie erst einmal… aber bitte! Bitte! Behandelt sie mit sehr viel liebe und nehmt euch auch die Zeit, sie wie eine extra Wurst zu behandeln und wascht sie per Hand! Ich bekomme jedes Mal einen Herzinfarkt, wenn ich Menschen sehe, die die Goldstücke einfach so in die Waschmaschine pfeffern.

Damit wir alle lange etwas von unseren Lieblingen etwas haben, erkläre ich euch, wie man Wolle richtig pflegt und auf was man achten sollte. Denn es wäre viel zu schade, wenn die ganze Mühe, Zeit, Geld und manchmal auch die Nerven umsonst waren! Dazu gehe ich aber im nächsten Blogpost auf die verschiedenen Naturfasern ein und erkläre euch dann auch die Eigenschaften.

ein Gastbeitrag von Marina @knitterlotta  

Stitch Holder von Coco

Handwäsche

Grundlegende Pflegehinweise für Naturfasern (in dem Fall Schurwolle vom Schaf)

Handgestrickte Pullover würde ich immer per Hand waschen, da es mir zu schade ist, wenn das Goldstück im Endeffekt ruiniert ist. Was in der Waschmaschine ziemlich schnell passieren kann, da nasse Wollfasern  äußerst empfindlich auf mechanische Reize reagieren. Am schonendsten ist also die Wäsche per Hand. Zum Waschen sollte man ein schonendes Wollwaschmittel verwenden. Am besten eins, welches auf Pflanzen basiert und keine „Chemiekeule“ wie man so schön  sagt. Das Waschbecken mit lauwarmen Wasser (nicht wärmer als 30°C) einlaufen lassen und das Kleidungsstück einweichen lassen. Nun das Wollwaschmittel(-konzentrat) nach Packungsangaben hinzufügen und einwirken lassen. Anschließend das Wasser ablaufen lassen und unter fließendem, lauwarmen Wasser gut auswaschen. Das überschüssige Wasser vorsichtig ausdrücken. Auf gar keinen Fall auswringen, schleudern o.Ä..

Nun ein großes Handtuch nehmen und das Kleidungsstück darauf ausbreiten und vorsichtig in Form ziehen. Das Handtuch flach mit dem Kleidungsstück drauf auf dem Wäscheständer ausbreiten. Denn das Handtuch sorgt dafür, dass das überschüssige Wasser aufgesaugt wird.Unter keinen Umständen Weichspüler benutzen. Das Zerstört die Naturfasern nur. Und ja, nasse Wolle aus Naturfasern riecht nach „nassem Hund“, aber das ist auch nicht schlimm. Es ist immerhin ein Produkt der Natur und der Geruch verfliegt, sobald das Kleidungsstück getrocknet ist. Nasse Wolle niemals aufhängen. Immer flach zum trockenen hinlegen. Wolle mag es auch nicht, in der Sonne, im Trockner oder im Winter auf der Heizung getrocknet zu werden, da die Eiweißfasern der Wolle dann in Mitleidenschaft gezogen werden und beschädigt oder zerstört werden. Gleiches gilbt eben für den Weichspüler. Wenn Wolle auch richtig behandelt wird, besteht auch keine Gefahr, dass sie einläuft.

Lüften

Wolle z.B. hat die fabelhafte Eigenschaft, dass sie eine Selbstreinigungs- und Regenerationskraft besitzt. Sprich man sollte sie einmal nach dem Stricken waschen und dann reicht es aus, wenn man sie über Nacht flach auf den Wäscheständer legt. Durch die Feuchtigkeit (die die Wolle beim Lüften aufnimmt) bleibt die Faser elastisch. Wolle ist mit die hygienischste Naturfaser die es gibt, da sie u.a. auch Geruchshemmend ist. Sie neutralisiert Säuren, so wird den Pilzen und Bakterien der Nährboden entzogen und es bilden sich keine unangenehmen Gerüche. Sollte das gute Stück dennoch dreckig werden, lässt man den Fleck trocknen und bearbeitet ihn entweder mit speziellen Bürsten (Link) oder wäscht es Stellenweise aus.  Wolle muss eigentlich so gut wie nie gewaschen werden.

Wichtig beim Lüften ist, dass genügend Luft zirkulieren kann (abends auf dem Balkon, im Garten oder am offenem Fenster gelüftet werden). Es verschwinden selbst Essengerüche und Tabakgeruch, wenn man das Kleidungsstück abends nach dem Tragen auslüftet. Dazu muss das Kleidungsstück draußen hängen. Nur im Zimmer lüften reicht leider nicht aus.

Strickpulover in Hazelnussbraun

Verfilzen verhindern

  • Auf die Waschtemperatur achten. (sollte nicht über 30°C liegen)
  • Keine großen Temperaturschwankungen nach dem Waschen aussetzen
  • Die Fasen nicht aneinander Reiben (so verhindert man das verhaken der Fasern miteinander)
  • Spezielles Wollwaschmittel benutzen. Darauf achten, dass das Wollwaschmittel auch „Lanolin“ enthält (das ist das natürliche Wollfett), damit die Wolle den Schutzfilm aufrechterhalten kann.
Kaschmir Liebe

Pilling

Pilling sind kleine Garnknötchen „Nupsies“, die sich gerne an stellen Bilden, wo Reibung entsteht. Sprich unter den Achseln und an den Bündchen z.B. Diese können entweder mit einem Woll-Rasierer oder einer speziellen Bürste herausgebürstet werden.

Das Pilling kann man auch vorbeugen, indem man ab und an auch eine „Wollkur“ durchführt. Denn mit der Zeit verliert die Wolle das Lanolin (eigenes natürliche Wollfett). Die Kur gibt der Wolle den natürlichen Schutzfilm wieder.

Dazu wird das Kleidungsstück in die Lanolin-Lösung (auf die Pflegehinweise der Produktverpackung achten) gebadet. Dann wird das ganze einfach leicht ausgedrückt und wie oben bereits beschrieben, auf einem Handtuch flach zum trockenen ausgelegt. Die Lösung wird nicht ausgewaschen. So bleibt das gute Stück länger schön, ist gegen Wind und Wetter gewappnet . Das ist die natürliche „Imprägnierung“ und Pflege, die die Wolle braucht.

Lagerung

Die Wolle und Wollkleidung sollte vor Staub, Licht und am wichtigsten vor Motten geschützt werden. Wolle sollte man immer im liegen lagern und nicht auf Kleiderbügel im Schrank aufbewahrt werden. Wenn der Sommer kommt und die Wollsachen für luftigere Stücke weichen müssen, ist es zu empfehlen, dass sie in Papier eingeschlagen werden, als Schutz vor den Motten, Staub und Licht. Es ist aber wichtig, dass sie auch mal heraus genommen werden, um Licht und Luft ab zu bekommen. Diese „Torturen “ mögen Motten nicht. Sie bevorzugen nämlich die Dunkelheit und Wärme.

Und jetzt sind wir auf eure Meinungen zum Thema Pflege eurer Strickstücke gespannt. Wie wascht ihr sie? Wie lagerd ihr sie?

Teil eure Meinung und Erfahrungen gerne hier in den Kommentaren.

Happy Knitting!